{"id":126,"date":"2021-04-05T11:36:56","date_gmt":"2021-04-05T11:36:56","guid":{"rendered":"https:\/\/manfred.ott-leutkirch.de\/?p=126"},"modified":"2022-09-09T09:38:43","modified_gmt":"2022-09-09T09:38:43","slug":"mein-grossvater-karl-borromaeus-faehndrich","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/manfred.ott-leutkirch.de\/?p=126","title":{"rendered":"mein grossvater, karl borrom\u00e4us f\u00e4hndrich"},"content":{"rendered":"\n<p><\/p>\n\n\n\n<p>heute vor 145 jahren am 4. 4. 1876 ist mein grossvater m\u00fctterlicherseits karl in ingoldingen in oberschwaben nicht weit von biberach geboren. sein vater, adolph f\u00e4hndrich, sohn des lehrers meinrad f\u00e4hndrich, war lehrer in ingoldingen, wo er von 1835 bis 1902 mit seiner frau margarethe horn lebte. sie hatten f\u00fcnf  kinder, klara, rosa, ida, karl und otto. <\/p>\n\n\n\n<p>karl war mein grossvater, seine schwester rosa war mit jakob baur, kirchen- und kunstmaler in mengen verheiratet. der j\u00fcngste, otto, war ebenfalls kunstmaler in m\u00fcnchen, von dem man nichts weiss, ausser dass er bei der familie seines bruders karl immer nur nachts erschien und dringend geld brauchte, um seine schulden zu bezahlen.<\/p>\n\n\n\n<p>karl ist in einem internat aufgewachsen, wor\u00fcber er nie gesprochen habe, aber schlimme erinnerungen gehabt haben muss, denn er betonte ein leben lang, dass keines seiner kinder je in ein internat k\u00e4me. der einzige ort, wo er dort gl\u00fccklich war, sei der raum mit dem klavier gewesen, auf dem er sich offenbar gute fertigkeiten erwarb &#8211; er war ein leben lang ein eifriger und guter klavierspieler, davon zeugen auch \u00fcberlieferte, liebevoll beschriftete notenhefte, u.a. mit \u201cneuen meistern\u201d wie grieg, tschaikowski und anton rubinstein&#8230;<\/p>\n\n\n\n<p>er war stark \u00fcbergewichtig, das zeigt das verlobungsfoto von 1900, und 1914, immerhin schon 38 jahre alt, wurde er beim kriegsausbruch vom milit\u00e4rdienst freigestellt, was damals als grosse schande galt.<\/p>\n\n\n\n<p>er soll ein strenger lehrer gewesen sein, vor allem gegen\u00fcber seinen eigenen kindern. neben dem klavier- und orgelspiel widmete er sich der rosenzucht und malte er im nazarenerstil &#8211;  ein \u00f6lgem\u00e4lde einer mariendarsrellung  mit mehreren kindern, nach den aussagen meiner mutter &#8211; seiner kinder &#8211; befindet sich in meinem besitz. ich vermute, dass er in kontakt stand mit seinem schwager jakob baur &#8211;  mengen ist nicht weit von wiblingen entfernt &#8211; , habe aber keinen beleg daf\u00fcr. baur hatte in m\u00fcnchen an der akademie studiert und malte jedenfalls im selben stil und war als kirchen- und genremaler sehr erfolgreich.<\/p>\n\n\n\n<p>als junger lehrer wurde karl oft versetzt, das zeigen die verschiedenen geburtsorte seiner acht kinder in einem raum von oberkochen im sog. unterland bis nach oberschwaben, aber schliesslich landete er in wiblingen bei ulm, wo sich schule und lehrerwohnung im aufgelassenen riesigen ehemaligen klostergeb\u00e4ude, die haupts\u00e4chlich als kaserne genutzt wurde, befanden.<\/p>\n\n\n\n<p>der strenge lehrer wurde als weich und gef\u00fchlvoll beschrieben, z.b. habe er, als seine kinder fl\u00fcgge wurden, nachts am fenster gewartet, bis alle wieder nach hause gekommen waren.<\/p>\n\n\n\n<p>er hatte 1904 meine grossmutter elisabeth grieshaber in der \u201csch\u00f6nsten dorfkirche der welt\u201d in steinhausen geheiratet &#8211; die oma lebte bis 1969 und stammte von einem bauernhof mit b\u00e4ckerei in ingoldingen. <\/p>\n\n\n\n<p>weil ihr mann dauernd versetzt wurde und ihr bruder joseph fr\u00fch an schwindsucht starb, wurden hof und b\u00e4ckerei verkauft, und elisabeth galt als wohlhabende partie. bei jeder geburt ihrer acht kinder habe sie nachgerechnet, wieviel von den goldmark f\u00fcr jedes kind noch verbliebe, bis dann im ersten weltkrieg die goldmark in kriegsanleihen umgewandelt wurden und verlorengingen. unsere oma, mit der wir als kinder engen kontakt hatten,  erz\u00e4hlte oft, wie gross der jammer wegen dieses verlustes war, und wie sie ihrem mann insgeheim gram war, dass er seinetwegen alles verkaufen musste und eingeb\u00fcsst hatte, f\u00fcgte dann aber lachend hinzu, dass sie durch die lehrerpension, die ihr als witwe \u00fcber 35 jahre zustand, in ihrem langen leben ein vielfaches an geld zur\u00fcckbekam.<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>heute vor 145 jahren am 4. 4. 1876 ist mein grossvater m\u00fctterlicherseits karl in ingoldingen in oberschwaben nicht weit von biberach geboren. sein vater, adolph f\u00e4hndrich, sohn des lehrers meinrad f\u00e4hndrich, war lehrer in ingoldingen, wo er von 1835 bis 1902 mit seiner frau margarethe horn lebte. sie hatten f\u00fcnf kinder, klara, rosa, ida, karl &hellip; 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